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Die Arbeiterwohlfahrt 1919 bis 1933

Die Gründung der Arbeiterwohlfahrt 1919

1919 war ein politisch bewegtes Jahr, ein Jahr voller extremer und widersprüchlicher Reaktionen von rechts und links. Der Erste Weltkrieg ging im November 1918 zu Ende. Im Dezember 1919 wurde der "Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt" gegründet. Den Anstoß dazu gaben die Massennotstände der Nachkriegszeit. Marie Juchacz wurde die Vorsitzende des "Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt".

Der "Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt"

Die Arbeiterwohlfahrt gab sich keinen Vereinsstatus, sondern wählte die lose Form eines Ausschusses, der keine Mitglieder, sondern nur ehrenamtliche Mitarbeiter kannte. Neben dem Hauptausschuß trat ein Beirat, in den je ein Bezirksvertreter berufen wurde. Die Bezirksvertreter waren überwiegend Reichstags- oder Landtagsabgeordnete.

Die ersten Richtlinien der Arbeiterwohlfahrt

Im März 1920 konnte der Hauptausschuß seine "Vorläufigen Richtlinien" veröffentlichen.

Die Richtlinien legen das Schwergewicht auf die Gewinnung und Schulung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Als weiteren Schwerpunkt betonen sie die Einflußnahme auf die soziale Gesetzgebung und Praxis und Mitsprache bei allen Behörden und Gremien im sozialen Bereich.

Grundsatzarbeit und fachpolitische Initiativen

Vier Reichskonferenzen dienten In der Folgezeit (1921 in Görlitz, 1924 in Hannover, 1927 in Kiel, 1929 in Frankfurt) der kritischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Verbandes und den in der praktischen Arbeit gewonnenen Erfahrungen,

der Erarbeitung von Stellungnahmen zu akuten sozialen Problemen,

der Beschlußfassung über Entschließungen an die Adresse der Reichsregierung zu jeweils zeitbedingten aktuellen Anlässen.In zehn, später auf sieben reduzierten Fachkommissionen wurden aktuelle Tagesfragen und Probleme behandelt.

Zwischen den Reichskonferenzen lagen zentrale Konferenzen zu jeweils aktuellen Themen oder zu politischen Ereignissen, deren Auswirkungen soziales Handeln notwendig machten.

Die Jahre kontinuierlicher Entwicklung

Langsam erholte sich die deutsche Wirtschaft, und von 1924 bis 1929 machte die Arbeiterwohlfahrt eine Entwicklung durch, die nun planvoll verlaufen konnte. Auf örtlicher und regionaler Ebene nahm die Schulungsarbeit einen wachsenden Raum ein, um die in 1260 Ortsausschüssen tätigen ehrenamtlichen Mitarbeiter für ihre Aufgaben besser zu qualifizieren.

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Herausgabe der Fachzeitschrift "Arbeiterwohlfahrt", deren erste Nummer 1926 erschien.

Mit der Gründung eines Stipendienfonds konnte der Hauptausschuß geeignete junge Leute aus den Reihen der Arbeiterschaft sozialen Berufen zuführen. Eine Krönung dieser Bestrebungen war die Gründung der Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt in Berlin 1928.

So konnte die Arbeiterwohlfahrt 1929, als sie 10 Jahre bestand, mit Befriedigung auf die zurückgelegte Wegstrecke blicken.

Anläßlich der 10-jahres-Feier kam es zur Gründung der Internationalen Arbeiterwohlfahrt unter dem Vorsitz von Marie Juchacz.