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Hintergründe

Wichtige Hintergrundinformationen

Vor etwa 30 Jahren begannen Wissenschaftler in den USA damit, so genannte "Langzeitstudien" durchzuführen. Bei solchen Forschungsprojekten wird eine Gruppe von hundert oder mehr Kindern von Geburt an über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren hinweg regelmäßig in ihrer körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklung beobachtet. In der Zwischenzeit sind die Kinder von damals erwachsen geworden. Und die Forscher verfügen über eine Menge Beobachtungen und Daten, aus denen sich herauslesen lässt, wie Menschen aufwachsen, wie sie sich in bestimmten Lebensphasen verhalten und sich im späteren Leben entwickeln.
Ob ein Mensch später süchtig wird oder nicht, hängt danach bis zu einem gewissen Grad von den Umständen und der Entwicklung seiner Kindheit ab. Denn hier werden zum ersten Mal die Weichen gestellt, die über den weiteren Lebensweg entscheiden. Solche Weichenstellungen erfolgen vor allem in Phasen des Umbruchs: mit Eintritt in den Kindergarten, mit Beginn der Schule, dem Einsetzen der Pubertät.
Alle bisher durchgeführten Langzeitstudien weisen in dieselbe Richtung:

Bei Kindern, die seelisch gesund und zufrieden sind, ist das spätere Suchtrisiko geringer. Umgekehrt zeigen Kinder, lange bevor sie süchtig werden, deutliche Warnsignale.

Auf diesen Erkenntnissen baut eine frühe Vorsorge auf. Ein Problem dabei ist, dass man immer noch nicht genau weiß, wie Sucht entsteht und was ihre Ursachen sind. Dafür wissen wir aber, dass es eine Reihe von "Schutzfaktoren" gibt, die Kinder und Jugendliche gegen Sucht stärken. Dieser Schutz ist zwar nicht hundertprozentig. Aber er senkt auf jeden Fall das Risiko.
Man kann heute mit Sicherheit sagen, dass seelisch ausgeglichene und selbstbewusste Kinder mit einem stabilen und belastbaren "Ich" bessere Chancen haben, später nicht süchtig zu werden.

Erste Warnsignale bei Kindern

Lange bevor Kinder und Jugendliche süchtig werden, lassen sich bestimmte Warnsignale oder Hinweise erkennen.
Diese Warnsignale weisen in vielen Fällen auf seelische Probleme hin. Es ist nicht ganz einfach, diese Zeichen richtig zu deuten. Daher besteht auch wirklich kein Grund, beim ersten Anzeichen einer der hier geschilderten Verhaltensweisen in Panik zu geraten. Die meisten lassen sich irgendwann einmal bei jedem Kind beobachten. Gefahr besteht nur, wenn sie stark und andauernd auftreten.

Nicht selten sind es die Erzieherinnen in den Kindergärten und Kindertagesstätten, die zum ersten Mal ein auffälliges Verhalten an Kindern wahrnehmen. Falls sie eine seelische Störung vermuten, werden sie den Eltern vorschlagen, einen Kinderarzt, Kinderpsychologen oder Kinderpsychiater um Rat zu fragen.

Seelische Störungen können viele Ursachen haben. Die Anzeichen für seelische Probleme können vielerlei bedeuten. Daher sind auch Ärzte und Psychologen in ihren Aussagen eher vorsichtig und zurückhaltend. Falls sie zu einer Behandlung raten, sollte man das auch ernst nehmen.

Anzeichen, die bei kleineren Kindern bis etwa sechs Jahre auf seelische Probleme und ein damit verbundenes erhöhtes Suchtrisiko hinweisen können - aber nicht müssen! - sind:Wenn sie sich auffällig von anderen zurückziehen und absondern und vor allem oder vielem Angst haben. Wenn sie übermäßig zappelig, fahrig und überdreht wirken und sich nicht konzentrieren können. Wenn sie nicht mehr aus ihren Phantasie- und Traumwelten zurück in die Wirklichkeit kommen möchten. Wenn sie gegen andere Kinder ohne vorherigen Anlass gewalttätig werden, Dinge mit Absicht beschädigen, dauernd stören und lärmen, sich nirgends einfügen wollen und können.
Mit dem Eintritt in die Schule verändert sich oft auch das Verhalten der Kinder. Anzeichen für ein möglicherweise vorhandenes Suchtrisiko sind in dieser Altersgruppe z. B.:Wenn sie sich dauernd langweilen, für nichts interessieren, passiv herumhängen und es nicht gelingt, die Kinder für eigene Interessen zu gewinnen. Wenn sie sich nicht entschließen können, aktiv gegen diesen Zustand anzugehen oder ihre Versuche erfolglos bleiben. Wenn sie übertrieben unsicher, unselbständig, stressanfällig und entscheidungsschwach sind und keine Freunde haben. Nochmals: Solche Anzeichen können ein Hinweis auf ein erhöhtes späteres Suchtrisiko sein. Sie müssen es aber nicht! Inwieweit das zutrifft oder nicht, muss letztlich ein dafür ausgebildeter Arzt oder Psychologe entscheiden.

Was also tun? Auf keinen Fall in Panik geraten. Aber auch nichts unter den Teppich kehren. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihrem Kind stimmt etwas nicht, sollten Sie Rat suchen.

Wo Sie Rat und Hilfe finden

Lange Zeit hatten viele Eltern Hemmungen, über ihre Schwierigkeiten mit Kindern zu reden. Inzwischen ist das zum Glück anders: Die Eltern sprechen freier miteinander, wenn es um Erziehungsprobleme geht. Und sie nehmen auch immer öfter Rat und Hilfe von Beratungsstellen in Anspruch.

Sucht ist eine Krankheit, die in jeder Familie auftreten kann. Es kann jeden treffen und das unabhängig von Alter, Ausbildung, Beruf und gesellschaftlichem Ansehen. Es ist also keine Schande und hat auch nichts mit persönlichem Versagen zu tun, wenn man für sich und sein Kind Hilfe in Anspruch nimmt, weder bei der Suchtvorsorge noch bei der Suchttherapie.

Sieben Empfehlugen zur Vorbeugung gegen Sucht - si

Wir haben Ihnen hier sieben Empfehlungen formuliert, die dazu beitragen sollen, Kinder von Anfang an besser gegen Sucht zu schützen. Die Frage ist, wie geht man damit um?
So verschieden, wie Kinder und ihre Eltern sind, so unterschiedlich ist auch der persönliche Erziehungsstil. Den können und wollen wir natürlich niemandem vorschreiben. Denn eine vernünftige, natürliche Erziehung versucht auf die Persönlichkeit des Kindes einzugehen. Und die ist letzten Endes immer einzigartig.
"Erfolgreich" ist eine Erziehung immer dann, wenn sie es schafft, sich auf die besondere Persönlichkeit des Kindes einzulassen und die Entfaltung dieser Persönlichkeit mit Herz und Verstand zu begleiten. Das Ziel von Erziehung ist ein Erwachsener, der lebenstüchtig, selbständig und seelisch ausgeglichen ist.

Quelle: Broschüre im Auftrag der Deutschen Behindertenhilfe Aktion Sorgenkind e. V.
1. Kinder brauchen seelische Sicherheit
2. Kinder brauchen Anerkennung und Bestätigung
3. Kinder brauchen Freiraum und Beständigkeit
4. Kinder brauchen realistische Vorbilder
5. Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung
6. Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt
7. Kinder brauchen Träume und Lebensziele