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Schmugel und Handel

Rauschgiftschmuggel und Drogenhandel

Internationale Rauschgiftkartelle bringen auch in Deutschland große Mengen Kokain, Heroin, Marihuana und andere Rauschgiftarten auf den Markt. Der Nationale Rauschgiftbekämpfungsplan weist der Zollverwaltung wichtige Aufgaben in der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität zu. Heute werden über 70 Prozent der jährlich in Deutschland beschlagnahmten Rauschgiftmengen von Zollbeamten entdeckt. Allein im Jahr 2001 verzeichnete der Zoll Sicherstellungen von 2,5 t Haschisch, 3,5 t Marihuana, 1,1 t Kokain, 457 kg Heroin und 1.335.992 Tabletten synthetischer Drogen - wie Ecstasy und LSD.

Drogenhandel

Das risikoreiche Geschäft mit den illegalen Drogen lohnt sich, denn mit kaum etwas anderem auf der Welt lässt sich so schnell so viel Geld verdienen. Mindestens 300 bis 400 Milliarden Dollar, so schätzen Experten, werden jedes Jahr im Rauschgiftgeschäft weltweit umgesetzt. Die eigentlichen Gewinner an der Sucht anderer sind dabei die Drogenbosse an der Spitze der Verbrechersyndikate. Der Kampf gegen diese skrupellosen Verbrecher ist ziemlich aussichtslos. Sie sind selten zu fassen, weil sie ihre Fäden im Hintergrund ziehen und andere die riskante Schmutzarbeit machen lassen.

Da Rauschgifte sehr teuer sind - ein Heroinabhängiger benötigt für seine Drogen etwa fünfzig Euro pro Tag - können Abhängige ihren steigenden Bedarf meist nur durch Diebstähle, Raub oder Prostitution aufbringen. Oft werden sie zur Finanzierung ihrer Sucht selbst zu Rauschgifthändlern, die ständig neue Konsumenten suchen und so Jugendliche - auch ihre eigenen Freunde - gefährden. Das nennt man Beschaffungskriminalität.
So ist es nicht verwunderlich, dass man heute fast überall mit Drogen in Berührung kommen kann: auf Partys, in der Schule, in der Clique, am Bahnhof oder an anderen Treffpunkten. Drogenmissbrauch und -abhängigkeit sind längst nicht mehr nur ein Problem von Randgruppen. Abenteuerlust, Neugier aber auch Gruppendruck führen schnell zum Erstkonsum oder Einstieg. Die berühmte "Pille im Drink", die heimlich verabreicht wird, kommt in der Realität nur selten vor. Damit verdient der Dealer kein Geld. Heutzutage findet der erste Kontakt zu Drogen meist im näheren persönlichem Umfeld statt.

Herkunftsländer

Schlafmohnanbauländer/Opiumproduzenten:Mexiko Libanon Mittlerer Osten Südostasien Hanfanbauländer/Haschischproduzenten:Nordafrika Naher und Mittlerer Osten Nordindien Himalajastaaten Marihuanaproduzenten:Mittel- und Südamerika Afrika Indien Südostasien

Rauschgiftschmuggel in Gegenständen aller Art

Um Rauschgifte aller Art zu schmuggeln und zu verstecken haben sich Drogenhändler- und Dealer schon immer Einiges einfallen lassen. Zu den Schmuggel-„Klassikern" gehören: Koffer mit doppeltem Boden, gefüllte Bowlingkugeln, präparierte Schuhe und ausgehöhlte Holzstatuen unterschiedlicher Herkunft! Inzwischen werden die Verstecke immer raffinierter, wie diese Beispiele zeigen:

Süßigkeiten als Drogenversteck
Zöllner am Flughafen Frankfurt am Main fanden in einem als Geschenksendung deklarierten Paket neben Kinderbekleidung, Spielzeug und einer Glückwunschkarte vier in Geschenkpapier verpackte Plastikboxen mit Ferrero Rocher. Die Kontrolle der Süßigkeiten ergab, dass sie tatsächlich mit Kokain gefüllt waren. Die Täter hatten das Konfekt entnommen und durch Kokainkugeln ersetzt, diese in die Originalumhüllung eingewickelt, in Folie geschweißt und in die Kunststoffboxen gelegt. Insgesamt wurden so 1.000 Gramm Kokain sichergestellt.

Autoteile mit Kokain
In diesen drei Kfz-Teilen wurden Drogen gefunden:1. Rauschgift in Metallzylindern:
Mit Hilfe eines Spürhundes entdeckten Zollbeamte vier Kilogramm Kokain in einer Sendung aus Brasilien. Die Sendung enthielt insgesamt 20 eingefettete Metallzylinder, einzeln in Papier eingeschlagen und in Kartons mit aufgedruckten Firmennamen verpackt. In jedem Behältnis waren 200 Gramm Kokain eingepresst.

2. Rauschgift in Motorkolben:
In zwei anderen Fällen wurde Rauschgift in Motorkolben entdeckt. Erst beim Anbohren wurde das Rauschgift sichtbar: In jedem der größeren Kolben waren 170 Gramm Kokain und in den kleineren jeweils 100 Gramm Kokain eingearbeitet.

3. Rauschgift in Kfz-Anlassern
Hier wurde Kokain im Stahlteil eines Kfz-Anlassers entdeckt. Das Rauschgift wurde erst nach Anbohren des Ersatzteils festgestellt. Insgesamt wurden 400 Gramm Kokain sichergestellt.

Kokain in Kuscheltieren
Bei der Überprüfung von zwei Luftpostpäckchen aus Ecuador kamen 400 Gramm Kokain zum Vorschein. In jedem der Päckchen befand sich ein Plüschteddybär. Die an den Teddybären angebrachten Etiketten versprachen, die Kuscheltiere würden sprechen, wenn man auf den Bauch drücke. Diese Teddybären blieben aber stumm! Die daraufhin durchgeführte intensive Kontrolle zeigte, warum es den Bären die Sprache verschlug: Anstelle des Spielwerks war Kokain in Latexbehältnissen in die Teddybären gestopft worden.

Kokain im Surfbrett
Zwei deutsche Staatsangehörige versuchten mit Hilfe eines präparierten Waveboards drei Kilogramm Kokain bei ihrer Rückkehr von einem Urlaubsaufenthalt in Costa Rica über den Flughafen Düsseldorf einzuschmuggeln. Der auf der Schutztasche des Waveboards angebrachte Hinweis "Handle with care, Please!!" war daher nur zu verständlich. Bei der Gepäckabfertigung wurde das Rauschgift durch den Einsatz von Spürhunden entdeckt und Beamte des Zollfahndungsamts nahmen die beiden Schmuggler fest.

Rauschgiftschmuggel im Körper
Was sind "Bodypacker"? Seit jeher benutzen Schmuggler ihren Körper als Versteck, um geheime Nachrichten, Filmmaterial, gestohlene Wertgegenstände, Geld oder Suchtmittel zu transportieren. Jede Körperhöhle wird benutzt - in den meisten Fällen der Magen-Darm-Trakt, manchmal die Vagina, manchmal beides.

In Südamerika ist der Drogenschmuggel im Körper perfektioniert worden. In Kolumbien, aber auch Brasilien, Costa Rica, Venezuela unterhalten die großen Drogenhandelsorganisationen spezielle Schulen zur Ausbildung von Körperschmugglern. Neu geworbene Kuriere werden zunächst wochenlang in solchen Schulen "interniert". Dort gewöhnen sie ihren Darm an die bevorstehenden Belastungen. Sie müssen Früchte, meist Trauben, unzerkaut schlucken. Wenn sie "voll" sind, wird mit Darm lähmenden Medikamenten die Peristaltik (= Bewegung von Hohlorganen, deren Wände Muskeln enthalten) soweit gehemmt, dass die Früchte im Darm nicht weiter transportiert werden und der Stuhldrang mindestens über 36 Stunden unter Kontrolle gehalten werden kann.

In diesen Schulen lernen die angehenden "Bodypacker" auch, wie sie sich im Falle einer Kontrolle am Zielort oder bei der Einreise in ihr Bestimmungsland zu verhalten haben. Den Kurieren, die meist aus unteren Bevölkerungsschichten stammen, wird weltmännisches Auftreten beigebracht und sie werden entsprechend eingekleidet. Die Organisationen besorgen über ihre bezahlten Helfer in den Passbehörden ein neues Reisedokument, das Kontrollen standhält. Vor der Reise beginnt der Kurier den Körper mit seiner Fracht zu füllen. Meist schluckt er innerhalb von etwa acht Stunden bis zu 100 Behältnisse - in der Regel Kondome - mit je etwa zehn Gramm hochreinem Suchtgift. Kurz bevor ein "Esel", wie die Auftraggeber die Kuriere bezeichnen, auf die Reise geschickt wird, erhält er Anweisungen über Reiseroute und Zielort.
Beim Abschied auf dem Flughafen wird der Schmuggler von seinem Betreuer eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass seine Familie in größte Gefahr kommen könnte, wenn er mit der Ware nicht am Zielort ankomme. Werden Drogenschmuggler gefasst, sorgen sie dafür, dass die Verhaftung in ihrer Heimat möglichst schnell bekannt wird. Das gilt als "Lebensversicherung" für die Familienangehörigen.

Tödliche Bedrohung - Bodypacker leben gefährlich:
Bis zu zwei Kilogramm Kokain entdeckten Fahnder im Magen von Bodypackern. Platzt eines der Behältnisse auf, befindet sich der Schmuggler in Lebensgefahr. Die tödliche Dosis liegt bei oraler Einnahme von Kokain im Schnitt bei ein bis zwei Gramm. Die Kuriere tragen ein Vielfaches der tödlichen Dosis in sich. Jedes Jahr sterben einige Schmuggler, nachdem ein Behältnis in ihrem Körper undicht geworden ist.

Als "Bodystuffer" werden Drogenhändler bezeichnet, die auf der Flucht vor der Polizei ihre in Cellophan verpackten Drogen schlucken. Deren Ware ist im Normalfall nicht ganz so giftig, da sie schon für den Einzelhandel gestreckt wurde. Während bei den Bodypackern die Gefahr des Zerplatzens eines verschluckten Behälters durch die sichere Verpackung relativ gering ist, muss bei den Bodystuffern stets damit gerechnet werden. Cellophan hat eine schlechte Reißfestigkeit, wodurch es schnell zu einer beträchtlichen Aufnahme der Droge aus dem Magen-Darm-Trakt kommen kann.

Nachweis der Drogenpäckchen:
Die Kondompäckchen sind meist bis zu vier Zentimeter groß und lassen sich durch eine Abdomenleeraufnahme (= Röntgenaufnahme des Bauches ohne Verwendung von Kontrastmitteln) in den meisten Fällen nachweisen. Die Erfolgsquote liegt bei 70 bis 90 Prozent.

Rauschgiftspürhunde

Nur Tiere mit ausgeprägtem Spiel- und Beutetrieb eignen sich für Spezialaufgaben wie Drogen-, Sprengstoff- oder Lawineneinsätze. Bereits beim Kauf wird darauf geachtet, ob eine entsprechende Veranlagung existiert. Der Werdegang zum Drogenspürhund beginnt im Alter zwischen einem und drei Jahren. Nach einer vierwöchigen Probe- und Angewöhnungszeit folgen sechs Wochen Schutzhundelehrgang, die Ausbildung zum "normalen" Polizeihund. Dazu gehören Grundbegriffe des Gehorsams oder Suche nach Fährten. Stellen die Beamten in dieser Zeit einen ausgeprägten Spieltrieb fest, ist der vierbeinige Lehrling für Spezialeinsätze geeignet. Die Ausbildung des Rauschgiftspürhundes dauert 50 Ausbildungstage. Sie umfasst alle gängigen natürlichen und synthetischen Betäubungsmittel.

Zu Beginn der Ausbildung werden Drogen in Bällen, Knochen, mit Löchern präparierten Plastikröhren oder ausgehöhlten Holzstücken versteckt. Der Rauschgiftspürhund zeigt seinem Führer durch Kratzen oder/und Beißen an einem Versteck an, dass er spezifische Duftmoleküle wahrgenommen hat.
Rauschgiftspürhunde werden für ihre Tätigkeit nicht abhängig gemacht. Denn ein umittelbarer Kontakt des Hundes mit Rauschgift durch eine Injektion oder Verschlucken hätte - ohne schnelle tierärztliche Hilfe - den Tod des Tieres zur Folge.

Die Ausbildung baut dagegen auf den ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb des Hundes. In einen Spielgegenstand werden Rauschgiftpräparate, die für den Hund nur geruchlich wahrnehmbar sind, eingebracht. Die Drogen stecken dabei in bissfesten Behältnissen. Gezielte Spiel- und Suchübungen lassen den Hund erfahren, dass er sich bei Witterung von bestimmten Duftmolekülen durch Kratzen oder Beißen an einem Rauschgiftversteck seinen Spielgegenstand erarbeiten kann. Nach jedem Erfolg schließt sich ein Spiel mit dem Gegenstand als Motivation förderndes Ritual an.

Über kurz oder lang machen die Hunde jedes illegale Rauschgiftdepot ausfindig. Bei Übungen ebenso wie bei richtigen Einsätzen. Die Erfolgsquote liegt ungefähr bei 95 Prozent. Erfahrung spielt dabei keine Rolle. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Normalerweise sind die Tiere bis zum achten oder zehnten Lebensjahr als Spürhunde tätig. Wenn die Leistung stimmt, auch länger. Etwa mit zwölf Jahren ist meistens Schluss mit der Schnüffelei in Sachen Drogen. Ihren Ruhestand haben sich die Tiere dann auch redlich verdient. In Menschenjahre umgerechnet läge ihr Alter damit schließlich zwischen 70 und 84 Jahren.