Was sind legale und illegale Drogen?

Was sind legale und illegale Drogen?

Bei Drogen werden die meisten von euch hauptsächlich an die illegalen, per Betäubungsmittelgesetz verbotenen, oder die so genannten "harten" Drogen, wie Heroin, Kokain, LSD, Ecstasy oder Cannabis denken. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak und Medikamenten ist allgemein üblich, weit verbreitet und wird von der Gesellschaft überwiegend akzeptiert.

Jeder von euch kann den mehr oder weniger selbstverständlichen Umgang mit Zigaretten, Alkohol und Schmerz- oder Beruhigungsmitteln im Familien-, Freundes-, Kollegen-, Mitschüler-, Kommilitonen- oder Bekanntenkreis beobachten. Deshalb heißen sie auch Alltagsdrogen.

Ein ganz normaler Tag im Leben eines ganz normalen Menschen:
Morgens erst mal einen Kaffee und eine Zigarette zum Aufwachen, dasselbe Ritual dann während der Arbeit, in der Uni, der Schule - wo auch immer. Nach dem Essen noch einen Kaffee, plus Zigarette zur Verdauung. Vielleicht noch ein Schnäpschen, das Essen war ja so fettig. Vor der schwierigen Prüfung eine Beruhigungstablette, eine Tablette gegen die fiesen Kopfschmerzen von der Arbeit am Computer oder gegen die Magenbeschwerden von dem vielen Kaffee, dem miesen Essen sowie dem ständigen Stress und Ärger. Abends dann ein, zwei, drei oder mehr Feierabendbierchen oder -weinchen zur Entspannung, zum Abschalten, zum Vergessen. Zum Einschlafen noch eine Schlaftablette, denn morgen ist wieder ein langer Tag ...

Heute ist es für viele Menschen - und auch für viele Kinder oder Jugendliche - schon fast selbstverständlich geworden, mit Hilfe von bestimmten Mitteln ihre Befindlichkeit zu verändern. Jeder von uns kennt zig Beispiele, um nur beim Alkohol zu bleiben:

Die Geburtstagsfeier, der Einstand oder Abschied eines Arbeits-, Berufsschul- oder Studienkollegen, der erfolgreiche Abschluss einer Aktion (zum Beispiel ein gewonnenes Fußballspiel), Verhandlung oder Tätigkeit (zum Beispiel die bestandene Abschlussprüfung) sowie der gesellige Abend mit Freunden in der Kneipe, Disco, im Biergarten, zu Hause ..., werden meistens mit Alkohol besiegelt. Wehe demjenigen, der nicht mittrinkt. Der muss sich als Spiel- und Spaßverderber oder als „Weichei" abstempeln lassen. So will es der Gruppenzwang, denn der Mensch ist ein Sozialwesen. Sicher kennt ihr auch den Spruch: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren..."

Natürlich fällt es vielen Menschen schwer, die als Genuss-Mittel verharmlosten Alltagsdrogen als gefährliche Drogen anzusehen, doch der Alkoholmissbrauch fordert die meisten Todesopfer. Und auch das Rauchen gilt weltweit als Krankheits- und Todesursache Nummer eins.

Außerdem kann ein wiederholter, andauernder Missbrauch von legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamenten den Einstieg in den Konsum illegaler Drogen fördern oder begünstigen, wie man in Studien zum Zusammenhang von legalen und illegalen Drogen feststellen konnte.