Wissenschaftliche Untersuchungen

Aktuelles "Cannabis als Einstiegsdroge" Neue Stu

Wissenschaftler von der Universität Amsterdam konnten durch eine neue Studie bestätigen, dass Jugendliche, die Cannabis rauchen, ein sechsfach höheres Risiko haben, später härtere Drogen zu konsumieren, als Jugendliche, die kein Cannabis nehmen.

Zu diesem Ergebnis kamen die niederländischen Forscher durch eine Zwillingsstudie. Jacqueline Vink, die Psychologin, die an der Studie mitgearbeitet hat, erklärt, es sei eine große Chance gewesen, Zwillinge, die in derselben Umgebung aufgewachsen sind, zu vergleichen. Denn so habe man genetische und familäre Faktoren als Erklärung ausschließen können.
Von 219 gleichgeschlechtlichen Zwillingspaaren, von denen einer vor seinem 18. Lebensjahr Cannabis geraucht hat und der andere nicht, nahmen mehr als sechs Prozent derjenigen, mit Cannabiserfahrung, später regelmäßig Ecstasy und fünf Prozent harte Drogen.

Die Zwillingsgeschwister ohne Cannabiserfahrung nahmen auch später in ihrem Leben gar keine Drogen.

Dieses Studienergebnis bestätigt die besonders in den Niederlanden umstrittene Theorie, dass Cannabis eine typische Einstiegsdroge sei.

Quelle: Ärzte Zeitung vom 01.02.2006

Heroinabhängiges elfjähriges Mädchen wurde in Kind

Der Fall eines elf Jahre alten Mädchens in Glasgow, das über mehrere Wochen Heroin konsumiert hatte, schockierte die Öffentlichkeit. Drogensucht unter Jugendlichen sei auch in Grobritannien ein alltägliches Problem, berichtet die SZ.
Das Mädchen war mit schweren Entzugserscheinungen in eine Kinderklinik eingeliefert worden. Der Polizei sagte sie, dass sie seit zwei Monaten Heroin geraucht habe. Das Heroin hatte sie für umgerechnet etwa 15 Euro pro Päckchen von Dealern neben einem Supermarkt gekauft.
Stewart Stevenson, justizpolitischer Sprecher der Scottish National Party, sagt, das elfjährige heroinabhängige Mädchen sei kein Einzelfall. "Im Großraum Glasgow hat man mehrere Dutzend heroinsüchtige Kinder im Grundschulalter identifiziert", so Stevenson, der sich auf die Erfahrungen von Sozialorganisationen beruft. Die Zehn- und Elfjährigen rauchten das Heroin, statt es sich zu spritzen.Wissenschaftler der Universität Glasgow hatten 2005 festgestellt, dass in Schottland schon zehn Jahre alte Kinder harte Drogen wie Heroin und Kokain ausprobierten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2006

"So viel du (trinken) kannst" Flatrates in Bars

In einigen Bars, Kneipen und Discos in Hannover locken Wirte ihre Gäste mit Slogans wie "Für alle, die den Hals nicht voll kriegen können, gibt's jetzt jeden Donnerstag die Flatrate" oder "So viel du (trinken) kannst". Gegen einen Eintrittspreis von vier bis acht Euro dürfen Jugendliche so viel trinken wie sie wollen oder können, berichtet die DHS, die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren.

Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der DHS, findet das von den Wirten verantwortungslos. Einer der betroffenen Wirte räumt dagegen ein, die Gäste könnten auch genauso gut "Sprudel" und andere alkoholfreie Getränke trinken.
Aber auch Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann appelliert an das Verantwortungsgefühl der Betreiber und das der jungen Leute. Und auch die Polizei ist besorgt: Immer mehr jüngere Menschen trinken immer mehr Alkohol. Und es komme auch häufiger zu Randalen vor Discos.

Deutschland sei beim Alkoholkonsum "unter den Spitzenreitern in der Welt und rangiert auch in der Europäischen Union weit vorne", so Hüllinghorst. Er fordert stärkere Kontrollen für Betriebe mit Dumpingangeboten für Alkohol und die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen.

Quelle: dpa/Ärzte Zeitung vom 19.01.2006

Passivrauchen als Todesursache

Eine aktuelle Studie des deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ermittelte erstmalig die Zahl der Passivrauchopfer in Deutschland. Ergebnis der Heidelberger Studie: in Deutschland sterben jährlich über 3.300 Menschen durch passives Mitrauchen.
Dabei beinhaltet die Zahl von 3.300 durch Passivrauchen verursachten Todesfällen auch 60 Säuglinge, weil die Mutter während der Schwangerschaft rauchte. Das DKFZ schätzt, dass hierzulande jährlich mehr als 170.000 Kinder schon im Mutterleib dem Tabakqualm mit seinen giftigen Schadstoffen wie Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid und einer Vielzahl an Krebs erregenden Substanzen ausgesetzt sind.
Millionen von Menschen atmen als Nichtraucher (Passivraucher) am Arbeitsplatz, zu Hause oder in der Freizeit die Schadstoffe des Tabakrauchs ein. Das verursache laut DKFZ Reizungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Schwindel. Aber vor allem Herzkrankheiten, Schlaganfall und Lungenerkrankungen bis hin zu Krebs führen die Wissenschaftler auf passives Mitrauchen zurück.
Deshalb fordert die Herausgeberin der Studie, Martina Pötschke-Langer vom DKFZ, ein Bundesgesetz zum Schutz von Nichtrauchern in öffentlichen Räumen und in der Gastronomie sowie eine Informationskampagne zu den Gefahren des Passivrauchens. Für die im Passivrauch enthaltenen Krebs erregenden Substanzen können keine Dosis-Schwellenwerte festgestellt werden, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten wäre, warnte Pötschke-Langer. Demnach können auch kleinste Belastungen zur Entwicklung von Tumoren beitragen.

Quellen: dpa vom 7.12.2005 und Zeit online:
http//zeus.zeit.de/text/online/2005/49/studie_passivrauchen

Alkohol in Maßen ist wohl doch nicht so gesund wie

"Für Alkohol gibt es keinen harmlosen Bereich", sagt Rod Jackson von der Universität Auckland in Neuseeland. In keiner Dosis sei der Nutzen des Alkohols größer als der Schaden.
Alkohol habe - anders als bisher vermutet und nach neuesten Erkenntnissen der neuseeländischen Forscher - keine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße, auch nicht in kleinen Mengen. Damit widerlegten sie die seit 1979 kursierende Hypothese von den "herzschmeichelnden" und "lebensverlängernden" Eigenschaften des Alkohols, die Wissenschaftler in vielen Studien heraus gefunden haben wollten und in hunderten von Artikeln beschrieben. So seien die Forscher in den meisten dieser Studien, die "auffällig oft in der Region um Bordeaux, im Chianti oder unweit des Napa-Valley forschten", offenbar von einer positiven Wirkung des Alkohols ausgegangen und haben wissenschaftliche Standards vernachlässigt, sagt Jackson.
Die neuseeländischen Wissenschaftler sprechen an, dass sich Alkohol "sehr wohl günstig auf die Gefäße auswirken könne" - allerdings nur in extrem hohen Dosen. So würden Autopsien von Alkoholikern oft erstaunlich unbescholtene Adern zeigen, dafür seien die Schäden an anderen Körperstellen aufgrund der hohen Akoholmengen überwältigend.
Auch Mediziner aus Atlanta hatten kürzlich schon auf Fehler in Alkoholstudien hingewiesen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 2.12.2005

EU-Drogenaktionsplan 2005-2008

Der Drogenkonsum in der Europäischen Union nimmt zu - besonders bei Jugendlichen hat er "einen historischen Höchststand erreicht". In der EU gibt es demnach etwa zwei Millionen "problematische" Drogenkonsumenten.
Pro Jahr werden in der EU und Norwegen etwa 8.000 Drogentote registriert - dabei handelt es sich in erster Linie um junge Menschen. Nach wie vor ist Cannabis die am häufigsten verwendete illegale Droge in Europa. Besorgnis erregend ist weiterhin der Konsum synthetischer Drogen von Jugendlichen in Diskotheken und auf Partys.
Das Drogenproblem "stellt eine schwerwiegende Bedrohung für die Sicherheit und Gesundheit der europäischen Gesellschaft dar; seine Bekämpfung zählt zu den wichtigsten Anliegen der Bürger Europas", lauten die einleitenden Worte des EU-Drogenaktionsplans 2005-2008 der vom Europäischen Rat angenommen wurde.
Der EU-Drogenaktionsplan 2005-2008 soll den Konsum deutlich verringern. Mehr als 100 einzelne Maßnahmen haben das Ziel, die Nachfrage und auch das Angebot an Drogen zu reduzieren. Weil das Drogenproblem ein globales Problem ist, setzt die EU eine Reihe politischer Instrumente - wie zum Beispiel den mit verschiedenen Regionen der Welt geführten Dialog - ein. Aber vor allem die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind gefordert: Sie sollen umfassende Präventionsprogramme in ihre schulischen Lehrpläne aufnehmen und Lehrkräfte in der Früherkennung von Drogenmissbrauch schulen.

Quelle: www.dsb.de und http://europa.eu.int/
"EU-Drogenaktionsplan 2005-2008", Grundsatzpapier vom 08.07.2005 und "Jahresbericht 2005: Der Stand der Drogenproblematik in Europa", Grundsatzpapier vom 24.11.2005, http://europa.eu.int/

Computerspiel-Sucht und Drogen-Sucht: Sucht ist Su

Exzessives Computerspielen aktiviert vermutlich die gleichen Strukturen im Gehirn wie Alkohol, Cannabis und härtere Drogen, sagt Sabine Grüsser von der Interdiziplinären Suchtforschungsgruppe an der Berliner Charitee.
Dafür sprechen ihre Befunde aus hirnphysiologischen Ableitungen (EEG) und Messungen der Aktivität des Augenmuskels (EMG): Hirnaktivität und Verhaltensreaktionen PC-Süchtiger gleichen den Befunden bei stofflicher Drogenabhängigkeit.
Sabine Grüsser hatte in ihrer Studie 15 Computerfreaks, die nach international gültigen Kriterien - wie zum Beispiel Entzugserscheinungen - als süchtig eingestuft worden waren, mit 15 anderen PC-Nutzern verglichen. Die Arbeitsgruppe um Grüsser untersucht, wie es durch Lernprozesse zu einer Sucht kommen kann und fand bisher heraus, dass Computerspiele durch Erfolgsmeldungen wie "nächster Level erreicht" wirken und damit zum Weiterspielen verführen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 23.11.2005

Ecstasy scheint bleibende Gedächtnisstörungen zu v

Etwa 60 Prozent der ehemaligen Ecstasy-Konsumenten haben kognitive Störungen, fanden Forscher der Universittsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) heraus. Ihre Studie deutet darauf hin, dass dauerhafter Konsum von Ecstasy zu anhaltenden Gedächtnisschäden führen kann. So sei das neurotoxische Potential von Ecstasy wesentlich höher als das von Kokain, Cannabis und Amphetaminen, sagt der Leiter der Studie, Prof. Rainer Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE.
Für die Studie hatten die Forscher 120 Teilnehmer in vier Untersuchungsgruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit aktuellen Ecstasykonsumenten, eine mit ehemaligen Ecstasykonsumenten, eine mit Cannabis-, Amphetamine- oder Kokain-Konsumenten und eine mit Personen, die keine Drogen konsumieren.
Etwa 50 Prozent der ehemaligen und die Hälfte der aktuellen Ecstasykonsumenten hatten kognitive Störungen - auch noch nach fünf Monaten nach Beendigung des Ecstasykonsums.
Sie fielen durch "eine verminderte Merkfähigkeit, Lernstörungen, Probleme bei der Wortfindung und Verlust von Zeitgefühl auf", beobachtete Thomasius. Auch neu Erlerntes konnten sie in Tests nicht mehr so gut im Langzeitgedächtnis speichern. "Da aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumenten nahezu gleichermaßen betroffen waren, müsse davon ausgegangen werden, dass sich diese Gedächtnisstörungen nicht mehr zurückbilden".
Außerdem hatten sie deutlich häufiger Depressionen und Angstzustände als Konsumenten anderer Drogen. Zudem stellten die Forscher bei 73 Prozent der aktuellen Ecstasykonsumenten eine schwere Abhängigkeit von der Substanz fest. Laut Thomasius werde jeder fünfte, der Ecstasy nimmt, abhängig.
Zu einem Erstkontakt mit dieser Droge komme es oft schon im Alter von elf bis zwölf Jahren. Daher müsse verstärkt vor der Partydroge Ecstasy gewarnt werden.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 2.9.2005

Rauschmittelkosumerfahrungen der Hamburger Jugendl

Welche Drogen werden in welchem Ausmaß von welchen Personen aus welchen Gründen und mit welchen Folgen konsumiert?

Diese Fragen will Theo Baumgärtner im Rahmen des Hamburger SCHULBUS-Projekts klären. Dazu wurden Schüler und Schülerinnen und Pädagogen schriftlich befragt. Um den SCHULBUS als Prognoseinstrument zukünftiger Rauschmittelkonsumtrends nutzen zu können, sollen die Befragungen im jährlichen Turnus durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem um die Images, die Jugendliche verschiedenen Rauschmitteln zuschreiben, aber auch um ihre Konsum- oder Verzichtsmotive.

Im Zeitraum vom 9. März bis zum 7. Mai 2004 wurden insgesamt 3.780 Schüler/innen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hamburg im Alter von 14- bis 18 Jahren befragt. Damit wurden erstmals aktuelle Daten zum Umgang von Hamburger Jugendlichen mit Suchtmitteln vorgelegt. Ab 2005 folgen dann Pädagogen.Alkohol findet unabhängig vom Geschlecht und Alter den größten Zuspruch. So haben mehr als 60 Prozent der 15-Jährigen bereits Erfahrungen mit Alkopops gemacht. Ungefähr 70 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter von 14- bis 18 Jahren haben schon einmal geraucht und etwa jeder 6. Hamburger Jugendliche kann als aktueller Cannabiskonsument eingestuft werden, berichtet Baumgärtner.

Besonders bei Cannabis überwiege - wie bei fast allen anderen Drogen auch - das Konsummuster des Experimentierens.
Im nächsten Schritt hat Baumgärtner die Hamburger Ergebnisse mit Daten aus Frankfurt und Berlin verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass sich die Hamburger Befunde nur geringfügig von den anderen Erhebungen ihrer Altersgenossen unterscheiden.
In der Erhebungsphase von 2004 konnten besonders bei illegalen Drogen Konsummotive wie ‚Neugier', ‚Neues und Aufregendes erleben' ausgemacht werden, bzw. wurden am häufigsten als Gründe für den Gebrauch von Drogen angegeben. Für jeden 5. Schüler übt vor allem ‚das Verbotene' den größten Anreiz zum Konsum aus.

Etwa ein Drittel der befragten Schüler gab wiederum das ‚Zugehörigkeitsgefühl' und die ‚Geselligkeit' beim gemeinsamen Konsum in der Gruppe von Gleichgesinnten als Motiv an. Auch Beweggründe wie ‚Glücksgefühle', ‚Alltag vergessen', ‚Schüchternheit/Coolness', ‚Lebensqualität' und das ‚körperliche Feeling' spielen eine Rolle beim Konsum von Rauschmitteln.

Quelle: www.suchthh.de/projekte/schulbus.htm vom 25.08.2005

Rauchen beschleunigt den biologischen Alterungspro

Die durch das Rauchen verursachten genetischen Veränderungen sollen den biologischen Alterungsprozess beschleunigen. Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Enden der Chromosomen, die so genannten Telomere, jedes Mal wenn sich eine Zelle teilt, verkürzen. Sie stellten fest, dass Rauchen den Prozess dieser Verkürzung beschleunigt und somit zu einer vorzeitigen Alterung beiträgt.

Zu diesem Ergebnis kamen sie, indem sie mehr als 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 76 Jahren zu ihrem Zigarettenkonsum befragten und dann die Länge ihrer Telomere in den weißen Blutzellen bestimmten: Eine Schachtel Zigaretten pro Tag erhöht die gewöhnliche Verkürzung der Telomere um weitere fünf Basenpaare. Daher sollen Raucherinnen biologisch etwa fünf Jahre älter sein als Nichtraucherinnen - starke Raucherinnen sogar über sieben Jahre.

Quelle: www.wissenschaft.de oder www.scienceticker.de vom 24.08.2005

Alkoholsucht und Lebensalter

Eine „fatale Begeisterung" für Alkohol entstehe vor allem in der Jugend, vermuten Forscher der Binghamton Universität New York. Das Lebensalter sei ausschlaggebend dafür, ob sich eine Alkoholsucht entwickle.

Zu dieser Aussage kam das Forscherteam indem sie das Verhältnis von jungen und erwachsenen Ratten zu Alkohol untersuchten und es dann auf den Menschen übertrugen. Sie stellten fest, dass gerade junge Ratten Hochprozentiges bevorzugten, sich als besonders trinkfest erwiesen und schnell süchtig wurden.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Kinder unbedingt vom Alkohol ferngehalten werden sollten, betonen die Forscher.

Quelle: http://focus.msn.de, Focus Online vom 17.08.2005

Alkoholkonsum von Jugendlichen 2005 - Alkopops-Stu

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat im Frühjahr 2005 eine Repräsentativbefragung zur Entwicklung des Alkoholkonsums 12- bis 25-Jähriger, durchgeführt. Dabei ging es vor allem um den Alkopopkonsum und die Überprüfung des „Alkopopgesetzes" vom 2. August 2004, in dem eine Sondersteuer auf spirituosenhaltige Alkopops und eine Kennzeichnungspflicht festgelegt wurden.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Jugendliche weniger Alkopops und auch insgesamt weniger Alkohol konsumieren:

Im Jahr 2004 tranken noch 28 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen mindestens einmal im Monat Alkopops - 2005 waren es nur noch 16 Prozent. In der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen nur noch die Hälfte.
Insgesamt zeichne sich ein Rückgang der Alkoholmenge bei Jugendlichen ab, so die BzgA. Demnach haben die 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2004 noch etwa 44 Gramm alkoholische Getränke pro Woche konsumiert - ein Jahr später nahmen sie etwa 36 Gramm zu sich.

Als wesentliche Gründe für diese Entwicklung nennt die BzgA die Alkopopsteuer und das bessere Wissen über die gesundheitlichen Gefahren.

Quelle: www.bzga.de vom 26.07.2005

Disco, Drogen und weniger Verkehrsunfälle - Oberha

Die Polizei Oberhausen konnte mit einem bundesweit einmaligen Modellprojekt die Zahl der Verkehrsunfälle junger Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss in nur einem Jahr um mehr als 20 Prozent senken. So sei seit 1998 der niedrigste Stand erzielt worden.

Wie die Polizei Oberhausen das geschafft hat, verrät der wissenschaftliche Begleiter des Modellprojekts, Thomas Schweer von der Universität Duisburg-Essen:

Für ihre üblichen Verkehrskontrollen hat sich die Polizei Unterstützung durch Studenten geholt, um die jungen Fahrer über die Gefahren von Drogen beim Autofahren aufzuklären. Dazu waren an 19 Wochenenden Teams aus Polizisten und Studenten in der Nähe von Discotheken unterwegs. "Mehr als jeder Zweite konnte für die Gefahren von Alkohol und Drogen im Verkehr sensibilisiert werden", so Schweer.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 20.07.2005 und dpa

ALF - Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeite

Das Präventionsprogramm ALF für Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen wurde am IFT Institut für Therapieforschung in München nach den Richtlinien der modernen Suchtforschung entwickelt. Das Programm will schützende Lebensfertigkeiten wie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Stressbewältigung, Selbstständigkeit, Selbstwert, Genuss- und Erlebnisfähigkeit trainieren, um so die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken sowie altersangemessen über Suchtstoffe informieren und diskutieren.

Um ALF auf seine Akzeptanz, Praxistauglichkeit und suchtpräventiven Wirkungen zu testen, wurde von 1994 bis 1998 am IFT eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie zur Suchtprävention an Hauptschulen und Gymnasien in Bayern durchgeführt:

Die Experimentalklassen der Hauptschulen nahmen drei Schuljahre lang am ALF-Unterricht teil, während die Kontrollklassen der Gymnasien keinen suchtpräventiven Unterricht hatten. Schüler, Lehrer und Eltern wurden anschließend mit Hilfe von Fragebogen und Telefoninterviews befragt. Zur Überprüfung des Nikotinkonsums wurden die Angaben mit einem Atemluftanalysator getestet. Bei der ersten Messung zu Beginn der Studie ergaben sich für die beiden Versuchsgruppen im Hauptschul- und Gymnasialprojekt vergleichbare Variablen:

So hatte etwa ein Drittel der Schüler bereits zu Beginn der 5. Klasse Raucherfahrung, über zwei Drittel haben schon Alkohol und weniger als ein Prozent der Fünftklässler hatten Cannabis oder Ecstasy konsumiert.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das ALF-Programm den Substanzmissbrauch an den Hauptschulen (Experimentalgruppen) in der 5. und 6. Klasse nachweisbar reduziert hat. So blieb der Anteil der Raucher in den ALF-Hauptschulklassen eher gering, während er sich in den Kontrollgruppen der Gymnasien mehr als verdoppelt hatte. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Alkoholkonsum. Langfristig, am Ende der 7. Klasse, bewirkte ALF eine Einstiegsverzögerung des Substanzmissbrauchs. Was allein schon ein wichtiges Ziel der Suchtprävention darstellt.

Aufgrund dieser Befunde empfiehlt das IFT, so früh wie möglich, ab der Grundschule mit einem substanzunspezifischen LKP zu beginnen. Nikotin- und alkoholspezifische Inhalte sind in der 5. bis 7. Klasse angemessen.

Quelle: www.vtausbildung.de/alf/evaluation.htm vom 12.07.2005

Internet als Drogenportal - "elf/18 - die Jugendst

Eine aktuelle Studie des Instituts für Jugendkulturforschung macht auf neue Gefahren im Internet aufmerksam: Abgesehen davon, dass etwa 60 Prozent der 11- bis 18-Jährigen schon pornographische Internetseiten konsumiert haben, 50 Prozent auf Glücksspielseiten waren, hatten über 20 Prozent bereits Kontakt mit Seiten, auf denen illegale Drogen angeboten werden.

Im Rahmen seiner Repräsentativerhebung „elf/18 - die Jugendstudie" hatte das Institut 800 Jugendliche dieser Altersgruppen interviewt. Noch bestürzendere Befunde ergaben sich jedoch in der Gruppe der 11- bis 14-jährigen Internet-Nutzer, von denen etwa 18 Prozent schon einmal einen virtuellen Drogenumschlagplatz besucht haben. Selbstmordforen steuerten ungefähr elf Prozent in beiden Altersgruppen an.

Aber auch in der wirklichen Welt der Jugendlichen gehe es hart zur Sache: So geben über 50 Prozent der 11- bis 14-jährigen Jungs und 30 Prozent der Mädchen an, dass es in ihrer Schule ganz normal sei, Konflikte mit Gewalt zu lösen.
Dr. Beate Großegger, Studienleiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien stellt fest: „Die Eltern kümmern sich zu wenig um die Surfgewohnheiten ihrer Kinder." Besonders bei den 11- bis 14-jährigen Kids wäre es wichtig, sie auf ihren Wegen durch das Internet zu begleiten und vor verstörenden oder gefährdenden Inhalten zu bewahren.

„Viele Eltern wissen gar nicht, was in der virtuellen Welt abgeht, in der sich ihre Kinder tagtäglich bewegen." Auch nicht, dass Jugendliche oftmals über so genannte Spam-Mails auf Sex- und Drogenseiten gelenkt werden, so Großegger.

Quelle: www.familienhandbuch.de vom 11.07.2005

Raucher gelten unter Jugendlichen als "Rebellen"

Durch eine Befragung von 985 Mädchen und Jungen im Alter von elf und 18 Jahren von zwei Hauptschulen und einem Gymnasium im Ruhrgebiet fand die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) heraus, dass „öffentliche Verbote und negative Bewertungen des Rauchens im Schulunterricht" dazu beitragen, „dass ‚Raucher' und ‚Nichtraucher' zu Symbolen der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen werden". Laut Prof. Gerd Lehmkuhl von der DGKJP verkörpern die Raucher dabei die „Nicht-Angepassten", die „Oppositionellen". Die Nichtraucher werden dagegen als die „Angepassten" angesehen.

Der Gruppenzwang und der Wunsch, zu den „Rebellen" zu gehören, sei für viele Jugendliche wichtiger, als die durch das Rauchen verursachten gesundheitlichen Risiken und Leistungseinschränkungen.

Quellen: www.aerztezeitung.de und DGKJP-Presse-Service vom 05.07.2005

Cannabis schädlicher als bisher vermutet

Eine Schweizer Studie über die Verabreichung von Cannabis-Medikamenten kam im April 2005 zu folgendem Befund:
Bisher hatte man angenommen, dass die Einnahme einer geringen Dosis Cannabis bei manchen Erkrankungen gesundheitliche Vorteile bringe, doch ein Forscherteam des Institut Universitaire de Medicine Legale www.hug-ge.ch fand heraus, dass Cannabis schädlicher ist, als bislang vermutet.

Die Untersuchung wurde unter strengen klinischen Bedingungen durchgeführt. Den Probanden wurde oral eine geringe Dosis des aktiven Bestandteils von Cannabis delta-9-THC verabreicht. Bei einem Teil der Probanden löste bereits diese geringe Dosis schwerwiegende Angststörungen und in weiterer Folge Realitätsverlust, Entpersonalisierung, Schwindel und paranoide Vorstelllungen aus.

Überraschend waren diese Befunde vor allem, weil dieser Halluzinationsprozess schon bei einer sehr kleinen Menge THC einsetzte. Unter Einbeziehung anderer Studien, die ebenfalls bestätigen, dass Cannabis das Risiko für mentale Krankheiten erhöht, sollte bei der Therapierung mit Cannabis-Medikamenten eine größere Vorsicht sowie eine weitere Erforschung der THC-Wirkung geboten sein.

Quelle: www.biomedcentral.com/bmcpsychiatry vom 14.04.2005

Alkohol in kleinen Mengen gefährdet junge Herzen

Allein geringe Mengen von Alkohol können bei jungen Menschen das Risiko einer späteren Herzerkrankung erhöhen, fand eine Studie der University of California heraus. Dieser Befund widerlegt die allgemeine Ansicht, dass ein moderater Alkoholkonsum eine schützende Wirkung gegen eine Herzerkrankung habe.

Quelle: www.uscf.edu vom 14.04.2005

Medieneinfluss und Gewaltbereitschaft

Die britischen Forscher Kevin Browne und Catherine Hamilton-Giachritsis von der Universität Birmingham sehen die Ursachen für die wachsende Gewaltbereitschaft von größeren Kindern und jungen Erwachsenen eher im familiären und sozialen Umfeld als in den Bildern oder dem Einfluss von Fernsehen und Computerspielen. Als konkrete Ursachen nennen sie Armut, Bildungsmangel sowie fehlende Ansprache, Fürsorge und Zuneigung. Demnach werde der Einfluss der Medien auf die Aggressivität von älteren Kindern und Jugendlichen vielfach überschätzt.

Ihrer Untersuchung zufolge soll der Medienkonsum lediglich bei sehr kleinen Kindern für aggressives Verhalten verantwortlich sein.
Quelle: www.wuv.de vom 24.03.2005